2D Pläne müssen bedürfnisorientiert aus digitalen Bauwerksmodellen generiert werden.

2D Pläne müssen bedürfnisorientiert aus digitalen Bauwerksmodellen generiert werden.

BIMtruhe #20/10/24

Hintergrund

Ganz ganz früher baute man ohne Pläne, danach hatte man von Hand gezeichnete Pläne um zu bauen, dann kam CAD um die Pläne zu erstellen und heute könnte man mit digitalen Daten aus digitalen Modellen bauen.

Heute erstellen wir Pläne mit dem CAD, ich schätze mal in 99% aller Fälle. Auf eine 2D Arbeitsweise folgten 3D Modelle, welche heute mit Informationen angereichert werden, die BIM-Methodik. Bei einem digitalen Entwurf, Design und Konstruktion, VDC, sind 2D Pläne eigentlich nur noch ein Nebenprodukt der digitalen Bauwerksmodelle.

Die Situation heute

Pläne werden uns immer noch eine Weile begleiten. Früher wurden die Papier Pläne als Mittel benötigt, um die nötigen Konstruktions Dokumente zu liefern.

Wenn wir heute 2D Pläne aus digitalen Bauwerksmodellen generieren, ist es vorteilhaft diese bedürfnisorientiert anzureichern. Was meine ich damit?

Wir neigen dazu, unsere alte Arbeitsweise zu behalten und mit den neuen Möglichkeiten zu kombinieren. In diesem Falle würde das bedeuten, ganz viele detaillierte Pläne aus dem Modell zu erzeugen und zu beschriften.

Von Hand gezeichnet gab es pro Gebäude ein paar Fassadenschnitte, mit den CAD wurden mehr erstellt, weil viele Komponenten kopiert werden konnten. Es wurden mehr Schnitte, Details und Konstruktions Unterlagen gefordert. Heute können die Pläne direkt aus dem Modell abgeleitet werden. Man könnte also denken, es sollte kein Problem sein, viele Detailpläne aus dem Modell zu erstellen, quasi per Knopfdruck.

Und genau hier liegt das Problem, oder die Anforderung: Die Darstellung der Geometrie bietet wenig Probleme. Diese Pläne jedoch eindeutig lesbar zu machen und korrekt zu beschriften ist immer noch eine Kunst, und zwar die der Planzeichnung.

Damit diese Kunst auch im Zeitalter der digitalen Bauwerksmodelle weiter gepflegt werden kann, und nicht in der Eintönigkeit erstickt sinnlos Bauteile zu detaillieren, fordere ich von den Verantwortlichen der Planung zu überlegen, wer hat Bedarf nach diesen Plänen, und welche Informationen werden wirklich benötigt.

Beispiel

ch möchte dies mit einem Beispiel verdeutlichen: Wir haben eine Blockrandbebauung mit vielen Niveau-Unterschieden, mit horizontalen und vertikalen Überschneidungen von Nutzungen sowie Überschneidungen von Innen- und Außenbereichen. Im Erdgeschoss sind Verkaufslokale vorgesehen, im 1. Obergeschoss Büro Räumlichkeiten und vom 2. Obergeschoss bis zum Attikageschoss Wohnungen.

Jeder erfahrene Konstrukteur und Modellierer weiss ziemlich schnell, wie anspruchsvoll eine solche Planung werden kann. Es müssen Standard Situationen abgedeckt werden und mit vielen Schnitten alle Spezialfälle aufzeigt werden.

In einer Bauprojekt Phase wird pro Fassade von 4 - 6 Schnitten ausgegangen. Bei einer Hofsituation hätten wir zusätzlich zu den 4 Aussenfassaden noch 4 Innenfassaden, Total würde das 64 bis 96 Fassadenschnitte ergeben.

Wenn für die Ausarbeitung eines Detailschnittes mit 1.5 Manntagen ausgegangen wird, wird der Grund für meine Forderung klar.

Nur benötigte Unterlagen und Informationen

Unbestritten würden sich die angenommenen 64 Schnitte in der Rohbau- Situation zueinander unterscheiden. Sie würden sich auch in Bezug auf Wärme- und Schallschutz unterschieden. Die Fassadenbekleidungen, die Dachbeläge und die Ausbau Beläge wären jedoch nur in geringem Umfang unterschiedlich.

Von diesen 64 Detailschnitten würden alle benötigt um den Rohbau zu konstruieren. Es gäbe aber nur 8 verschiedene Fassadenkonstruktionen, 6 verschiedene Dachaufbauten und 3 verschiedene Ausbaukonzepte für die Nutzungseinheiten.

Bei obiger Annahme wären also 8 detaillierte Schnitte nötig, mit 2 Manntagen Bearbeitung pro Schnitt, und 56 Rohbau Schnitte, mit je einem halben Manntag Bearbeitung, um die Konstruktionen grafisch korrekt nach der Schweizer Norm SIA 400 darzustellen.

Meine Schlussfolgerung

In obigen Beispiel wären 96 Manntage nötig, um die 64 Detailschnitte in der gleichen Detaillierung zu erstellen. Es wären 44 Manntage nötig, um den gleichen Informationsgehalt bedürfnisorientiert in 64 Detailschnitten mit unterschiedlicher Detaillierung zu liefern.

Mehrwert

Und genau hier liegt ein Mehrwert in der Anwendung der digitalen Bauwerksmodelle und der BIM Methodik: Durch die bedürfnisorientierte Generierung von 2D Plänen aus 3D Modellen, mit einen Plan, wer welche Informationen benötigt, wird die Erstellung der Pläne effizienter und strukturierter.


Ich freue mich auf eure Kommentare.